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Spitznamen der Orte und deren Bewohner




Hunsrücker gegen Moselaner, Moselaner gegen Eifeler, Dorf X gegen Dorf Y. Jeder gegen jeden! Früher mehr als heute hatte man schon immer gerne "Liebenswürdigkeiten" untereinander ausgetauscht. Dass es nie so ernst gemeint war, erkennt man am freundschaftlichen Miteinander im Tal und auf den Höhen.

Wie nennt man die...?

...Alfer?

Alfer Baachspautzer

Baachspautzer

Dass die Alfer das auch heute noch sind, zeigen sie ganz selbstbewusst mit ihrem gelungenen bronzenen "Baachspautzer" an der Alftalbrücke.

Die Baachbreck, also die Brücke über den Alfbach im Bereich des heutigen Verkehrskreisels, ist seit Generationen Treffpunkt der Alfer Männer. Hier trifft man sich für ein Schwätzchen, tauscht Neuigkeiten aus, vertreibt sich die Zeit. Der eine oder andere spuckt dabei schon mal über das Geländer in den Bach – so wie es der seit einigen Jahren auf der Brücke aufgestellte bronzene Baachspautzer zum Vergnügen von Einheimischen und Gästen alle paar Minuten tut.

...Auderather?

Die Auderather Memmessa

Sie fragen nach der Bedeutung des Spitznamens "Knep" für Auderath. Nun, Sie kennen sicher den Ausdruck "Kneijp" für ein altes vergammeltes Messer, oder das Schustermesser (Schosdakneijp). So wird der auch in der Umgebung von Auderath verwendet. Nur, die Auderather benutzen dafür einen Ausdruck in einer Mischung aus "Knep und Knääp", der sich kaum ausschreiben lässt. So ist dann auch "Knep" nicht ganz richtig. Dagegen gibt es einen anderen Spitznamen für Auderath, der auch viel geläufiger ist:

Die Vorsilbe von Auderath erinnert an den moselfränkischen Ausdruck "Auda" für den Euter. Daraus wird in der Vulgärsprache leicht auch die "Memm" - für Auderath folglich ein "Memmes". So ist ein waschechter Auderather zugleich auch ein Memmessa.

Quelle: Manfred Dietzen

...Beilsteiner?

Die „Beilsteiner Aschlächer“

Ein früherer Beilsteiner Fährmann war ein echter Spaßvogel. Er hatte für seine „Passagiere“ immer einen flotten Spruch auf den Lippen – mal heiter, mal derb. So hatte er Spaß daran, mitfahrende Kinder aufzufordern: Sag mal: „Du Aschloch“.Wenn die Kinder sich trauten, das auszusprechen bekamen sie vom Fährmann etwas Leckeres zugesteckt. Daraus entstand in den Nachbarorten für die Beilsteiner der freundlich gemeinte Spottname „Beilsteiner Aschlächer“.

Quelle: Anne aus Mesenich

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Bäilsdena Bouere

In Beilstein war und ist der Familienname „Bauer“ stark vertreten. Die „Bauers“ fühlten sich als ein besser gestellter „Familienclan.“. So wurden sie spöttisch „die Bouere“ genannt, wobei die Bezeichnung „Bauer“ sie als „Bodenbearbeitungsingenieure“ qualifizierte.

Quelle: Günther Bretz

...Beurener?

Beurener Huuhheener? Wer kann die Bedeutung erklären? Ihre freundliche Nachricht erbeten an j.wirtz@wirtz-online.de

...Binninger?

Binnigga Aachertsjäja (Binninger Eichörnchenjäger)

Der Binninger Jugend wird nachgesagt, daß sie mit Vorliebe Eichhörchen-Nester ausgehoben hat.

Quelle: Karl-Heinz Berens

...Blankenrather?

Blangada Huseischa
Blankenrather Hochpinkler

Wer kennt die Begründung für diesen Spottnamen ? Liegt es vielleicht daran, dass „Blangad“ seit jeher Kirchspiel- und Schulzentrum ist und die Leute aus den umliegenden „Derwern“ nach Blankenrath zu Schule und Kirche kommen müssen was die „Blangada“ stolz macht. Nachricht bitte an info@bestzeller.de

Günther Bretz

...Bremmer?

Knubbe

In der „guten alten Zeit“ lebten die Bremmer – wie die meisten Moselaner – von einem kleinen Weinbergsbesitz, von ihren Gärten und (meist gepachteten) Feldern und vom Wald. Man war „Selbstversorger“. Eine Einkommensmöglichkeit war das Schälen von Lohe (Rinde von jungen Eichenbäumen im Niederwald) als Hilfsmittel der Ledergerber. Da die „Lohhecken“ weit vom Dorf entfernt lagen, blieb man einige Tage um den täglichen Hin- und Rückweg von mehreren Stunden zu sparen. So waren einige Lohschäler montags aufgebrochen und kamen donnerstags mit voll geladenen Karren zurück. Dass dieser Donnerstag der Fronleichnamstag war, hatte man glatt vergessen. Man fuhr ins Dorf, als gerade die Fronleichnamsprozession unterwegs war. Das hat den Pastor mächtig aufgeregt. Am folgenden Sonntag rief er von der Kanzel: “Eine Karre voll Lohe ist euch wichtiger als die heilig machende Gnade. Wo andere Leute Köpfe haben, da habt Ihr Knubbe“. (Knubbe = Knorz oder Knorren = Wurzelstock)

Quelle: Gerhard Schommers


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Muhreschläwa

...diese Geschichte, die Herr Schommers geschildert hat ist mir auch bekannt. Doch die Worte, die der Pastor dann von der Kanzel rief, wurden mir etwas anders übermittelt. Er rief: "Ihr Bremmer seid das knubbigste Volk der Erde. Eine Karre Lohstangen ist euch lieber als die heilig machende Gnade."
Eine weitere Geschichte über die Bremmer ist folgende:
Die Bremmer wurden von der Nachbargemeinde Eller auch "Muhreschläwa" (Möhrenschlepper) genannt. Doch die Bremmer waren nicht auf den Kopf gefallen und erwiderten prompt: "Ihr Ellerer Schwänzjeslänna" was soviel bedeutete wie: Schwänzchen landen oder aus der Mosel bergen. Der Ausdruck Muhreschläwa sollte bedeuten, die Bremmer schleppten ihre großen Möhren, was ob solcher Prachtexemplare zum Neid der Nachbarschaft führte, an die Mosel um sie zu putzen und die Wurzel sowie das Grüne abzuschneiden. Dieses trieb dann moselabwärts, sodaß die Ellerer diese Überreste bergen konnten.

Quelle: Oswald Gietzen

...Briedeler?

Peedchestrampeler

Die Briedler haben in den Augen ihrer Nachbarn recht große Füße. Sie sollen so groß sein, dass man damit Peedcher (Pfade) trampeln (treten, erstellen) kann. Wenn es denn so ist...?

...und auch:

Heckevielcha

Die Gemarkung der Gemeinde Briedel ist eine der größten unserer Region und geht südöstlich mit den Siedlungen Briedeler Heck und Maiermund tief in den Hunsrück hinein. Wegen der viele Kilometer weiten Entfernung zwischen Dorf und den Acker- und Waldflächen auf der Höhe war es üblich, bei umfangreichen Arbeiten in Feld oder Wald zu übernachten. Daraus resultiert der von den Nachbargemeinden geprägte Name „Briedeler Heckevielcha“ (Heckenvögel).

Quelle: Gerhard Schommers nach Informationen der Tourist-Info Briedel

...Briederner?

Briederner Naachedeijer

Das Winzerdorf Briedern ist im Cochemer Moselkrampen gelegen, eine Moselschleife zwischen Cochem und Bremm von einer Länge von 24 Kilometer, welche in der Luftlinie gerade mal 4 Kilometer beträgt.
Die bekannteste Weinlage des Ortes ist der Rüberberger Domherrenberg, welcher sich in den Steillagen auf der gegenüber liegenden Moselseite befindet.
Solange es hier keine Moselbrücke in zumutbarer Entfernung gab, waren diese Weinberge nur mittels Nachen erreichbar, in denen auch die Weinbergsgeräte, Düngemittel und schließlich auch das Lesegut zur anderen Moselseite befördert wurde.
Mittels einer langen Stange, welche in den Moselgrund gedrückt (im Dialekt: gedeijt) wurde, wurde der Nachen so gegen die Strömung gelenkt, dass er zum anderen Moselufer gleiten konnte.
Da fast jeder Winzer von Briedern die Technik des „Nachendrückens“ beherrschte, hatten sie schnell ihren Necknamen „Briederner Naachedeijer“ weg.

Quelle: Günther Bretz, Cochem

Brohler...?

„Brohla Waazebouere“ - Brohler Weizenbauern

Die Brohler Landwirte machten ihr Geschäft überwiegend mit dem Weizenanbau. Das brachte ihnen neidvoll den Necknamen „Brohla Waazebouere“ ein.

Quelle: Günther Bretz

...Bruttiger?

Bruttscha Hähna (Bruttiger Hühner)

Diesen „Spottnamen“ haben die Nachbarn auf der anderen Moselseite, die Ernster, sich ausgedacht und ergänzen den Namen mit dem Spruch: Bruttscha Hähna läjen gräne Eier. Und das wurde manchmal ergänzt um ohne Gockerte = ohne Hähne. Damit soll wohl das „Platt“ der Bruttiger verballhornt werden.

Quelle: Ortsbürgermeister Manfred Ostermann, Bruttig-Fankel

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Bruttscha Krutschelscha
Bruttsch (Bruttig) und Fankel waren bis zum Jahr 1968 selbständige Gemeinden Krutschelscha sind kleine Frösche. Nachdem man die etwas vornehmeren Fankeler als Fankeler Fröscheler wegen der vielen Froschtümpel im Moselvorgelände tituliert hatte, bekamen die etwas herberen Bruttiger den volkstümlicheren Namen Bruttscha Krutschelscha.

Quelle: Günther Bretz

...Bucher?

Die Bucher nennt man einfach "Wend"

Erklärung: Buch liegt in unserer Gegend verhältnismäßig hoch über dem Meeresspiegel. Dort pfeift ein kalter Wind.

Quelle: E. M. Barden

...Bücheler?

Die Bücheler Kesselflicker

Der Kern des heutigen Büchel bildete vor Jahrhunderten die beiden alten Siedlungen Morschweiler und Georgsweiler. Hier lebten im vorletzten Jahrhundert vorwiegend Familien, die sich mit dem Schrotthandel beschäftigten. Daraus entwickelten sich dann die „metallverarbeitenden Berufe“ wie der Scherenschleifer und der Kesselflicker.
Die Kesselflicker übten sich in der flickhandwerklichen Tätigkeit metallener Geräte. Kein Kochtopf oder Eimer, der etwa undicht geworden war, wurde einfach weggeworfen. Die Kesselflicker zogen mit der ganzen Familie von Ort zu Ort. Die Kinder gingen von Haus zu Haus und schleppten die Geräte zu einem Sammelplatz. War das Dorf sozusagen abgegrast, ging es zur nächsten Ortschaft.
Die gesellschaftliche Randstellung der Kesselflicker spiegelte sich in den Redewendungen wider: „Dä schännt bie en Kesselflicker“ oder „Die schlien sich bie die Kesselflicker“

Günter Bretz, Cochem

...Cochemer?

Cochemer Schmandelecker

Zum Cochemer Wochenmarkt kamen zahlreiche Bauersfrauen aus
der Eifel mit ihren Milch-Produkten.
Die Cochemer Frauen waren bei der Auswahl sehr wählerisch und
hatten die unangenehme Angewohnheit mit dem Zeigefinger eine
Probe aus den „Schmand-Töpfen“ zu nehmen, was den Bauersfrauen
schon aus hygienischen Gründen nicht gefallen hat. Manche Cochemer
Frauen nahmen ihre Haarnadeln als Probenehmer was ebenso unappetitlich
war.
Damit hatten die Cochemer ihren Namen „Schmandelecker“ weg.

Böse Zungen behaupten, dass auch im normalen Leben die Cochemer
dem Umland gerne den „Schmand von der Milch“ nehmen.

Nach Informationen von Manfred Bukschat nacherzählt von
Gerhard Schommers

Quelle: Günther Bretz

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Die Cochemer Huhbaaner

Mit diesem Necknamen war eigentlich nur eine kleine Gruppe von Cochemern gemeint. Es waren dies die Schützen, die sich selbst im Jahr 1847 gegründet hatten. Aus ihnen rekrutierte sich die Karnevalsgesellschaft „Huhbaaner“, die sich im Jahr 1887 mit den „Schrombekäulern und der Gesellschaft „Hönne drön“ zur „Vereinigten Karnevalsgesellschaft“ zusammenschlossen. Von 1849 bis 1911 waren in Cochem 60 Karnevalsgesellschaften aktiv. Unter „Hubaaner“ bezeichnet man das Spinnentier „Weberknecht“. Von der Wortbedeutung her könnte es sich um eine Gruppe gehandelt haben, die vom Aussehen her Langbeinern ähnelte. Huhbaaner könnte auch eine elitäre Gruppe gewesen sein, die auf großem Fuß lebte. Warum die Schützen sich in der Fasenacht selbst „Huhbaaner“ nannten, haben sie uns bis heute verschwiegen.

Quelle: Günther Bretz

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Die Cochemer Ennertsessele

Die Bewohner der Endertstraße in Cochem werden selbst von den Cochemern scherzhaft „Ennertsessele“ genannt. Dies lag wohl daran, dass das Tal der Endert ursprünglich nur von Mühlen bebaut war. Diese waren teilweise nur zu Fuß zu erreichen. Als Lastenträger zu und von den Mühlen diente der Esel.

Quelle: Günther Bretz

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Die Schrombekäuler

Die Schrombekäuler waren in Cochem in der Oberstadt am Beginn der Löhrstraße angesiedelt. Hier erinnert heute noch der „Schrombekaulplatz“ an diese Bevölkerungsgruppe. Der Name leitet sich von dem Distrikt „Schrombekaul“ her, welcher sich von der „Umkehr“ an der Straße nach Dohr/Faid bis zum alten Weinbergsweg hinabzieht. Dieser Distrikt, weitab von der Bebauung diente der Entsorgung von tierischen Abfällen, wie sie bei den Abdeckern, Metzgern und Gerbern anfielen. Die Löhrstraße entlang des Märtscheltbaches oberhalb des Schrombekaulplatzes war früher Gerberbezirk. Die 1849 in Cochem gegründete Karnevalsgesellschaft „Die Schrombekäuler“, sie trugen statt der Narrenkappe einen verbeulten Zylinderhut, war vorwiegend in diesem Bezirk ansässig.

Quelle: ünther Bretz, Cochem-Brauheck

...Cochem-Brauhecker?

Brauhecker Känguru

Als ab dem Jahr 1960 der neue Cochemer Stadtteil Brauheck zunächst nur als Soldatenwohnsiedlung erstand, brach besonders unter den Offiziersfrauen ein erbitterter Kampf über deren finanziellen Leistungsfähigkeiten aus. Das führte ab und an auch in die finanzielle Krise.
Unter dem Motto: Große Sprüng und nix im Beutel, hatten sie schnell den Namen Brauhecker Kängurus weg.
Quelle: Günther Bretz

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Brauheck ohne Spitznamen?
cochemernecknamennachguentherbretz2.doc [37 KB]

Quelle: Günther Bretz

...Cochem-Conder?

Die Cunna Östareicha

Gelegentlich werden die Bewohner des Cochemer Stadtteiles Cond auch als „die Österreicher“ bezeichnet. Dies hat folgende historische Bewandtnis:Nach der vernichtenden Niederlage des französischen Heeres, der Völkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813, wurden die Reste des französischen Heeres von den nachrückenden Siegertruppen bis nach Frankreich zurückgedrängt.

Die Gebiete, etwa der einstigen Rheinprovinz, wurden zunächst von den Verbündeten gemeinsam verwaltet. Am 15. Juni 1814 erfolgte die Aufteilung in zwei Generalgouvernements: „Berg“ mit der Hauptstadt Düsseldorf für die rechtsrheinischen Gebiete und „Nieder- und Mittelrhein“ mit der Hauptstadt Aachen für die linksrheinischen Gebiete.

Die Gebiete rechts der Mosel und somit auch das Dorf Cond wurden einer bayerisch-österreichischen Landeskommission in Bad Kreuznach unterstellt.

Die Gebiete links der Mosel mit der Stadt Cochem und dem Dorf Sehl unterstanden dem russischen Kommando mit den ihnen zugeordneten preußischen Regimentern.

Dieser Zustand gewährte bis zum 5. April 1815, als Preußen nach dem Ergebnis des Wiener Kongresses (10.02.1815) die Besitzergreifungspatente für die ehemalige Rheinprovinz erhielt.

Hieraus erklärt sich, warum die Conder neben ihrem Spottnamen „Cunna Melchdeppe“ auch „die Cunna Östareicha“ genannt werden

Konsequenter Weise müssten die „Cochemer Schmandelecker“ auch als „die Cochema Russe“ bezeichnet werden.

Quelle: Günther Bretz, Cochem-Brauheck 6/2008

Auch: „Cunna Melchdeppe“

coccunnamelchdeppe.pdf [21 KB]

Quelle: Günther Bretz

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Cunna Köh
Der Moselort Cond war wegen seiner vielen Kühe bekannt, die auf den Moseluferwiesen weideten. Wenn nun die kleinen Cochemer Schmandelecker die Conder Kühe sehen wollten, wurden sie von ihren älteren Artgenossen mit beiden flach an den Ohren angelegten Händen hochgehoben und über die Mosel in Richtung Cond gewiesen.

Quelle: Günther Bretz

...Cochem-Sehler?

Sella Koutzeköpp

cocsella.pdf [21 KB]

Quelle: Günther Bretz

...Dohrer?

Dohra Honne

Dohrer und Faider liebten es, sich gegenseitig zu necken. So nannten die Dohrer die Faider „Faada Heehna“ (Faider Hühner) und die Faider die Dohrer „Dohrer Honne“ (Dohrer Hähne):

Quelle: Günter Bretz

...Dünfuser?

Die Dimmeser (Dünfuser) Stäiläppel (Steiläpfel)

Die Dünfuser waren bis vor der Flurbereinigung wohl das Dorf im Kreis mit dem größten Apfelbaumbestand in der Feldflur. Eine lokale Besonderheit ist der Dünfuser Süssapfel oder auch "Stäilappel" genannt.

Er ist ein süßer Apfel, der schon gegen Ende August just zur Dünfuser Kirmes seine Genussreife erreicht. So konnten die Dünfuser Frauen zur Kirmes Apfelkuchen backen und die leckeren Stäiläppel auflegen. Heute gibt es nur noch ganz wenige Stäiläppel im Dorf, doch der Name hat sich zum Glück erhalten. Die Dünfuser arbeiten jetzt in Form einer Reaktivierung an der Vermehrung der alten Apfelsorte damit auch in Zukunft die "Dimmeser Stäiläppel" an der Kirmes auf den Tisch kommen.

Quelle: Albert Jung, Forst/Eifel

Düngenheimer?

Dinnchemer Kulerawekäpp

Die Abtei Himmerod hatte schon vor 1360 n. Ch. Besitz in Düngenheim. Dieser Besitz wird durch weitere Urkunden in Form von Güterverzeichnissen und Verpachtungsverträgen von 1590, 1623 und 1759 bestätigt.
Auf den Düngenheimer Äckern wurden vor allem Kohlrüben angepflanzt. Daraus ergab sich der Spottname „Dinnchemer Kulerawekäpp“.

Quelle: Albert Bröhling

...Eifeler und Mosellaner auf dem Hunsrück?

Im Hin und Her der gegenseitigen Witzeleien zwischen den drei rivalisierenden Nachbarn in unserem Kreis wehrten sich die Hunsrücker früher mit den nachsichtig-herablassenden Worten: „Ous aanem Hunsregga kamma zwai Missela mache – on da bleiwt emma noch en Aafela iwwerisch

Quelle: Zilshausen , „maplusma@freenet.de"

...Edigerer?

Edschara Stiehkraare (Edigerer Stehkragen)

Ediger, besonders reich an historischer Bausubstanz, die zudem bis heute sorgsam gepflegt wird, hatte in früheren Zeiten Stadtrechte und sogar eine Stadtmauer, die bergseitig noch in großen Teilen erhalten ist. Ediger war zudem Sitz einer ganzen Reihe Klosterhöfe mit den dazu gehörigen
Weinbergen, Wäldern und Feldern. Nach der Säkularisation ging dieser Besitz, einschließlich der prachtvollen Klosterhöfe, in Privatbesitz über. Dadurch entstand ein wohlhabender Mittelstand
der es sich leisten konnte, die Arbeiten in Weinberg und Feld durch Arbeiter verrichten zu lassen. Der „Chef“ kam mit Anzug, Schlips und Kragen nur zur Beaufsichtigung. Weniger begüterte Bürger wollten dem nicht nachstehen und gingen mit „Kragen“ in den Weinberg, legten ihn dort bei der Arbeit ab, banden ihn aber wieder um, wenn sie ins Dorf zurückkehrten. Die Bürger der Nachbarorte beobachteten das mit Vergnügen und nannten die ihrer Meinung nach hochnäsigen und „überkandidelten“ Edigerer die „Edschara Stiehkraare“.

Nach Informationen von Norbert Krötz, nacherzählt von Gerhard Schommers

...Ellenzer?

Ellenzer sejn die Loara

Die Ellenzer Loara sejn dafia bekannt, dat bohie se och kumme : – se trenke ger – se tanze ger un met der Mädscha knusparen se extra ger! Loara ewe – awoa!

Quelle: Ute Schneider, Ellenz

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Ellenzer Kause

Das Wort „Kause“ bedeutet im Lettischen soviel wie „Hölzerner Trinkbecher“. Aber wie sollten die Ellenzer ans Lettische kommen?
Viel näher liegt da das Französische, das in vielen Worten in unseren Sprachgebrauch eingeflossen ist. Als in Ellenz die Moselstraße gebaut war wollten die Ellenzer auf der neuen „Chaussee“ promenieren. Ganz vornehm riefen sie: „Mir giehn jetzt auf die Kause.“.

Quelle: Günther Bretz

...Ellerer?

Ellerer Schwänzjeslänna

Die Bremmer wurden von der Nachbargemeinde Eller auch "Muhreschläwa" (Möhrenschlepper) genannt. Doch die Bremmer waren nicht auf den Kopf gefallen und erwiderten prompt: "Ihr Ellerer Schwänzjeslänna" was soviel bedeutete wie: Schwänzchen landen oder aus der Mosel bergen. Der Ausdruck Muhreschläwa sollte bedeuten, die Bremmer schleppten ihre großen Möhren, was ob solcher Prachtexemplare zum Neid der Nachbarschaft führte, an die Mosel um sie zu putzen und die Wurzel sowie das Grüne abzuschneiden. Dieses trieb dann moselabwärts, sodaß die Ellerer diese Überreste bergen konnten.

Quelle: Oswald Gietzen

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Ellerer Kappeskäpp

Kappes ist der Weißkohl, der meist zu Sauerkraut verarbeitet wird.
„Kappes schwätze“ heißt so viel, wie unsinniges Zeug reden. Und das
haben manche aus den Nachbardörfern den Ellerern unterstellt.

Quelle: Günther Bretz

...Ernster?

Kääsbouere

Die Ernster werden seit jeher die Äänscha Kääsbouere genannt. Um 1870 baute die Gemeinde einen mit normalem Fuhrwerk zu befahrenden Bergweg und rodete rund 60 ha Wald auf dem Berg. Das war damals eine sehr segensreiche Entscheidung. Die Felder wurden als Bürgerstücke an die Einwohner gegen eine geringe Pacht abgegeben und die Ernster hatten erstmals die Möglichkeit, neben Getreide auch Rummele und anderes Viehfutter anzubauen. Innerhalb weniger Jahre wurde eine Vielzahl von Kühen angeschafft.

Jetzt konnte man überschüssige Milch, die nicht in den Familien gebraucht wurde, zu Käse verarbeiten und dieser wurde auf dem Markt in Cochem angeboten. Scheinbar hatten die Ernster ein besonderes Geschick Käse herzustellen, denn dieser wurden im Laufe der Zeit zu einem Markenprodukt. So wurde die Begrüßung: „Ah loo kummen die Äänscha Kääsbouere“ zum festen Begriff. Die letzte Kuh wurde 1956 geschlachtet. Damit waren die Tage der moselländischen Milch- und Fahrkuh und auch des Ernster Käse gezählt.

Ernster Käskäpp heißt unser Karnevalsverein in Anlehnung an die Kääsbouere.

Quelle: Joachim Barden, Ernst

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Auch: Ernster Kääskäpp

...Faider?

Faada Heerdscha

Eine Herde ist bekanntlich eine Ansammlung von Tieren.
Unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ trat die Faider Jugend zu Hause und in den Nachbardörfern immer in Scharen, also in „Herden“ auf. Die Anderen riefen dann: „Guck, die Faada Heerdscha kummen schunn!“ Ein weiterer Spottname ist „Faada Heehna“. Zwischen Dohr und Faid gab es immer ein freundschaftliches Geplänkel. Die Faider nannten die Dohrer „Dohrer Honne“ (Hähne) und die Dohrer die Faider „Faada Heehna“ (Hühner)
Quelle: Günther Bretz

...(Bruttig)-Fankeler?

Fangela Fröschelcher
Fankeler Frösche

Bis zur Kanalisierung der Mosel war Fankel ein „Werth“
vorgelagert, ein begehbarer Damm hinter dem sich
Wassertümpel bildeten. Diese waren von Fröschen bevölkert,
die mit ihrem Quaken die Fankeler mehr oder weniger erfreuten.

Es gab den Spruch: Die Fangela waonnen em Krutschekembel.
(Krutsche: Kröten/Frösche, Kembel = Tümpel)

Quelle: Ortsbürgermeister Manfred Ostermann, Bruttig-Fankel

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Fankeler Freschelscha – Fankeler Freschelscher setzen of der Deschelscha un fängen Flieh un wenn se ane gefange ho da rofen se hihi!

Quelle: Ute Schneider, Ellenz

...Forster? (Hunsrück)

Foaschda Guguk
Forster Kuckuck (Forst Hunsrück)
Wer kennt die Begründung für diesen Spottnamen? Info an info@bestzeller.de

...Gevenicher?

Gevenicher Breitzähner

In dem im Jahr 1955 von der Kreislehrervertretung Cochem herausgegebenen heimatkundlichen Leseheft „Am Sagenborn der Heimat“, Teil I, hat Aloys Fröhlich folgende Erklärung für den Spott- und Necknamen „Gevenicher Breitzähner“ festgehalten:
Auf dem Ellerberge besaß vor vielen Jahren die Gemeinde Faid einen mächtigen Hochwald, der aus den dicksten Eichen und Buchen bestand. Die Faider fühlten sich glücklich in seinem Besitz, denn jahraus und jahrein lieferte er viele Klafter Holz, und von den Ellerern bekamen sie dafür, dass sie sich dort oben Futter holen durften, jedes Jahr zu Ostern einen großen Korb Eier.
Aber nicht lange sollten sie sich des Besitzes erfreuen. Der Nachbarort Gevenich missgönnte den Faidern den herrlichen Wald. Besonders der Ortsschulze tat es im Hetzen allen voraus. Überall erzählte er den Leuten von Gevenich unter Beteuerungen, der Wald gehöre nach altem Recht und Herkommen ihnen, er könne es sogar beschwören.
Endlich kam es zum Prozess. An einem schönen Frühjahrsmorgen, an dem er das Eigentumsrecht Gevenichs im Wald beeiden sollte, ging der Schulze in seinen Garten, zog die Schuhe aus und tat in jeden Schuh eine Hand voll Grund. Dann zog er sich wieder an. Darauf entnahm er seiner Küche einen Wasserbecher, den „Schöpfer“, setzte ihn auf seinen Kopf und stülpte einen großen Hut darauf. Nun war er gerüstet, die Faider übers Ohr zu hauen, ohne dass er seiner Meinung nach meineidig wurde. So machte er sich auf den Weg zum Ellerkopf.
Im Walde brachte er dem Richter in Gegenwart der Faider seine Klage vor. Als diese widerstritten, forderte ihn der Richter auf, durch einen Eid zu bekräftigen, dass der Wald Eigentum der Gevenicher sei. Nun legte er die linke Hand auf die Brust, erhob die rechte Hand und schwur also:
„So wahr der Schöpfer über mir ist, stehe ich auf Gevenicher Boden!“
Da wurde der Wald den Gevenichern zugesprochen.
Aber bald packte die Rächerhand Gottes den Meineidigen, der um schnöden Besitzes und Ehrgeizes willen so furchtbaren Betrug geübt hatte. Nirgends mehr fand er Ruhe. Überall, zumal in der Dunkelheit, glaubte er sich von höhnenden, grinsenden Geistern umgeben, die ihm immerfort „Meineidiger, Meineidiger“ zuflüsterten. Vor Schrecken traten ihm die Augen weit das den Höhlen. Vor Angst verzerrte sich sein Gesicht, dass die Zähne weit aus dem Munde hervortraten und ihn zum zähnefletschenden Unhold werden ließen.
So hockt er, der „Breitzähner“, wie er zum Spott genannt wird, heute noch immer in der Geisterstunde an der alten Dorfgrenze am Ellerbache mit glühenden „Fuhrstein“ auf dem Rücken und mit feurigem Munde, aus dem Höllenodem strömt. Wehe dem friedlichen Wanderer, der ahnungslos dort seines Weges zieht! Ihm hockt der Breitzähner plötzlich auf dem Rücken, drückt ihm fast den Brustkorb ein und lässt sich bis zur neuen Grenze tragen, wo er dann plötzlich verschwindet.

In der Ortschronik von Gevenich aus dem Jahr 2001 hat Hermann Eberhard folgendes angemerkt:
So fantastisch diese Erzählung auch klingen mag, sie hat vielleicht doch entgegen aller Erwartung einen geschichtlichen Hintergrund. So fand ich in alten Unterlagen ein Schriftstück mir unbekannter Herkunft, nach dem sich im Jahr 1686 die Gemeinde Faid und Gevenich um den Besitz eines kleinen unbedeutenden Waldstückes an der gemeinsamen Gemeindegrenze stritten. Eine gütliche Einigung war unmöglich, da keine Gemeinde auf den Besitz verzichten wollte, zumal sich in amtlichen Unterlagen keine Schriftstücke über Grenzen und Besitzrechte befanden. So schaltete sich der Amtsrichter Cornelius zu Cochem in die Angelegenheit ein und bestellte den Scheffe von Faid Clemens Mühlen und den Scheffe von Gevenich Hieronimus Kessler für den 17. Juli 1686 zum Ortstermin in das betreffende Waldstück. Kessler erschien dort mit einem ungewöhnlichen hohen Zylinder und in Reiterstiefeln. Auf Befragen des Amtsrichters beschwor Kessler nun, dass er auf Gevenicher Land stehe. Damit war die Sache entschieden, denn einen Schwur auf Gott den Allmächtigen konnte man nichts entgegensetzen. Noch an Ort und Stelle soll folgendes Schriftstück aufgesetzt worden sein:
„Da der Scheffe Kessler hier vor angesehenen Leuth seyn hochheilig Schwuhr tath, ist die Streytfrag gelöset, welcher der zwey Gemeynden das Stueckchen Wald zwischen Faid und Gevenich zustehet. Bis zum jüngsten Gerichthe des allmächthigen Herrren also soll es zu Gevenich gehören. Im Jahre des Herrn 1686, am siebzehnten Juley gezeichnet von vielerley Zeugen.“
Kurz darauf erkrankten Hieronimus Kessler schwer und nach wenigen Tagen war abzusehen, dass es mit ihm zu Ende gehen würde. Dem herbeigerufenen Geistlichen gestand der Todgeweihte nun, dass er einen Meineid geschworen habe, denn der Schöpfer über ihm sei eine Schöpfkelle aus seiner Küche und das Gevenicher Land auf dem er beim Schwur stand, habe er zuvor in seinem Garten in seine Stiefel gefüllt. Am selben Tag noch verstarb Kessler.
Da der Geistliche ein geschwätziger Mann gewesen sein soll und das Geständnis des Verstorbenen nicht während der Beichte abgelegt worden war, wurde die Geschichte schnell im ganzen Dorf und natürlich auch in Faid bekannt. Der Rechtsakt aber blieb trotz vieler Proteste aus Faid gültig.
Hierzu schreibt Hermann Eberhard in einem Nachtrag, dass nach neueren Nachforschungen in Familienbüchern aus Gevenich für das Jahr 1698 der Name Kessler noch nicht nachgewiesen ist. Auch ein Ortsvorsteher dieses Namens ist zum damaligen Zeitpunkt in den Unterlagen nicht verzeichnet. Auch das besagte Schriftstück oder Aufzeichnungen zu diesem Vorgang sind für das Cochemer Gericht nicht belegt. Gleichwohl gehörte Gevenich Ende des 17. Jahrhunderts für eine gewisse Zeit zum Gerichtsbezirk Cochem und nicht wie sonst üblich zu Lutzerath. Also doch „nur“ eine Sage?

Zusammengestellt im Oktober 2008 von Günther Bretz, Cochem-Brauheck

...Greimersburger?

Gräimasborja Heinze

Die Greimersburger fühlen sich als die Abkömmlinge eines sagenumwobenen Rittergeschlechts. Ob es sich bei der Burg dem Ortsnamen nach um die „Grimoaldisburg“ handelte oder ob es dort sogar eine Heinzeburg gab, ist bis heute Spekulation. Jedenfalls fühlen sie sich als Nachfahren der Burgherren als „Bessergestellte“. So konnte man zum Beispiel im Postbus nach Greimersburg das „Hochdeutsch mit Streifen“ heraushören, wenn ein Greimersburger ausrief: „Herr Kontrollör, einmal „Greimersborsch“ bitte!“

Quelle: Günther Bretz, Cochem

...Hambucher?

Die Homejer (Hambucher) Oahße (Ochsen)

Diese etwas abwertende Bezeichnung gibt man den Bewohnern des Eifeldorfes Hambuch.da in Hambuch früher viele Bauern mit Ochsengespannen zur Arbeit ausgezogen sind, wurden sie von den Bewohnern der umliegenden Dörfer eben Homejer Oahße genannt.

Die Hambucher selbst empfinden das nicht als Beleidigung sondern kehren das ins Positive um mit der Aussage: bei uns wird mit em Kopp jeschafft (mit dem Kopf gearbeitet)!

Einfach clever!

Quelle: Albert Jung, Forst/Eifel

...Hasericher?

Hasericher Haas
„Haas“ steht wohl für den Feldhasen. Wer kennt die Begründung für diesen Spottnamen? Info an info@bestzeller.de

Oder auch:

Hasericher Wasser
Die Hasericher prahlten damit, das beste Trinkwasser des Hunsrücks in ihren Brunnen zu haben. So wurden sie spöttisch mit ihrem eigenen Wasser „getauft“.

Quelle: Günther Bretz

...Hesweilerer?

Häsada Dalles

Den Hesweilerern wird von den Nachbargemeinden große Raffsucht nachgesagt. Sie wollen „alles raffe“. Sie prahlen: "Dat es alles ooß!" Daraus entwickelte sich der Spottname „Dalles“.

Nach Informationen von Heiko Massmann nacherzählt von Günther Bretz

...Hunsrücker an der Mosel?

Hunsbuckeler

Früher haben die Moselaner gerne gegen die Hunsrücker gehetzt. Z. B. in einem Witz, der so ging: "Fragt ein Hunsrücker in einem Zeller Waffengeschäft, nachdem der Verkäufer ihm jeden Verkauf einer Waffe versagt hatte: "Hott Ihr ebbes gähn Hunsrigga?" Da sagt der Verkäufer: "Joh! Pisduhle, Gewehre, Kugele!"

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Heute stehen Hunsrücker manchmal mit ausgebreiteten Armen auf der (kath.) Kirchturmdachspitze und halten sich am Hahn fest. Warum? Weil man vom Hahn aus billig fliegen kann!

Von Werner Arbogast

...Kailer?

Kahla Luhbeck (Kailer Lohböcke)

Viele Kailer Bürger erwarben früher einen kleinen Nebenverdienst mit dem Schälen von Eichenrinden. Die Rinde fand als „Lohe“ zum Gerben von Leder Verwendung.

Quelle: Karl-Heinz Berens

...Kaisersescher?

Kaisersescher Wendbeijdele
Kaisersescher Windbeutel


Kaisersesch als Stadt und die Kaisersescher als „Städter“ werden vom Umland gerne als „Wendbeijdele“ bezeichnet. Ob aus Neid auf die „Städter“ oder weil der eine oder andere Kaisersescher sich gerne wie ein Windbeutel „aufgeblasen“ gibt – das überlassen wir gerne der Meinung jedes Einzelnen.

Quelle: Bürgermeister Werner Lutz

...Kardener?

Koada Wend - Kardener Wind
Es soll den Spruch geben: „Die Träiser schaffe, die Puuma honn dat Geld unn die Koada maachen dä Wend“.

Koardena Wend
Günther Bretz liefert noch eine Version:

Als die Treiser Moselbrücke noch nicht gebaut war schauten die Treiser Heckedötz zwar neidisch auf die als reicher geltenden Kardener. Sie amüsierten sich aber auch über deren großtuerisches Gehabe. Mit anderen Worten: Die Kardener machten viel Wind um ihre Schätze

oder:

Koada Bunne – Kardener Bohnen
Die „Bunne“ sind wohl darauf zurückzuführen, dass Karden mehr ein Beamten- und Angestellten-Dorf ist als ein Winzerdorf. Die Beamten und Angestellten besserten ihr Einkommen mit der Pflege von Hausgärten auf indem sie Selbstversorger für Obst und Gemüse (z.B. auch „Bunne“) waren.

oder:

Kardener Buhnepääl?
Wer kann ansonsten die Bedeutungen erklären? Ihre freundliche Nachricht erbeten an j.wirtz@wirtz-online.de

...Kennfuser?

Kennfuser Sandhasen

Der östlich von Kennfus sich Richtung Bad Bertrich ausbreitende Höhenrücken ist geologisch geprägt von umfangreichem Lavavorkommen. Der Lavasand ist ein im Baugewerbe begehrtes Baumaterial.Als der Lavaabbau noch per Hand betrieben wurde, fanden hier viele Kennfuser Arbeit und Brot. Das rege Treiben in den Lavagruben, sah aus der Ferne wohl so aus, wie wenn sich viele Hasen dort tummelten. Das brachte den Kennfusern den Necknamen „Kennfuser Sandhasen“ ein.

Quelle: Günther Bretz, Cochem

...Klottener?

Klottener Pamittja (Permittscha) - übersetzt: Klottener Henkeltöpfe

Viele Klottener Bürger waren traditionell bei der Bahn, der Post und den verschiedenen Ämtern in Cochem beschäftigt Da es dort früher noch keine Kantinen gab brachten Kinder oder Verwandte. das von den Frauen und Müttern frisch gekochte Mittagessen in einem Henkeltopf (Henkelmann), Pamittje genannt, zu den Arbeitsplätzen. Ähnlich wurden die auf den Feldern auf den Moselhöhen oder in entfernten Weinbergen arbeitenden Klottener mit ihrem Mittagessen versorgt. Das brachte seitens der Nachbardörfer den Klottenern den liebevollen Spottnamen „Klottener Pamittja“ ein.

Quelle: Alfons Friderichs

...Lahrer?

Lahrer Hasse

Der Spruch „Die Lahrer Hasse mit dä lange Nasse“ bezieht sich auf die Feldhasen. Auch hört man den Spruch: „Die Lahrer Hasse gin en dä Gade Watzele grave“ (Die Lahrer Hasen gehen in den Garten Wurzeln graben)

(Quelle: Günther Bretz)

"Die Laahrer Hasse met dä lange Nasse, met dä lange Bään sein se flot dahäm."

(Ergänzung von Bernd Schneider, Lieg)

...Landkerner?

Kehrä (Landkerner) Koutze
Kehrä Huhseachä

Landkern ist die flächenmäßig und von der Einwohnerzahl her größere Gemeinde als das benachbarte und etwas abseits gelegene Greimersburg. Ihr damit mitunter etwas hochnäsiges Benehmen ließ die Landkerner aus der Sicht der Greimersburger als kauzig erscheinen, die daneben auch noch nach Höherem strebten, also „höher pinkeln“ wollten.

Quelle: Günther Bretz, Cochem

...Laubacher?

Laubacher Koulenmänner

Der Schieferbergbau prägte einst das Gebiet um den Eifelort Laubach. Hauptabbaugebiet war der Kaulenbach, ein Nebenarm der Endert. Die Gruben wurden im Eifeldialekt als „Koul“ bezeichnet, die dem kleinen Bachlauf ihren Namen gaben. Viele Laubacher verdienten sich ihren Lebensunterhalt „in der Koul“. Tagtäglich stiegen die „Koulenmänner“ in die Tiefen des Berges, um den Eifelschiefer, „das schwarze Gold der Eifel“ ans Tageslicht zu fördern.

Quelle: Günther Bretz, Cochem

...Lieger?

Lieger Fonneträjer

Dieser Name für die Lieger Bürger ist kaum bekannt und wird wenig genutzt. Er kommt wohl daher, dass zur Wendelinus-Kapelle in Lieg früher aus der ganzen Region Wallfahrer kamen und auch heute noch kommen, die traditionell von zahlreichen Fahnenträgern begleitet wurden.

Quelle: Heinz Kugel und Günther Bretz

Ein weiterer Spottname ist „Lejer Hosse“. „Hosse“ bedeutet in diesem Zusammenhang „Strümpfe“. Wer kennt die Begründung für diesen Namen? Info an info@bestzeller.de

...Liesenicher?

Die Liesenicher „Schreier“
der Name hat nichts mit Krachmachern oder mit Rabauken zu tun, ganz im Gegenteil. Die Liesenicher, gut gestimmt und lebendig, fanden immer eine Gelegenheit ihre Art kundzutun. Es war in der Zeit, als man die Wege zwischen den Dörfern zu Fuß zurücklegte. Diese Gegebenheit wurde von der Jugend kaum beklagt. Wenn junge Leute in Gruppen auf dem Strimmiger-Berg zu verschiedenen Anlässen unterwegs waren, dann war öfters die Lebendigkeit, wie auch das Singen nicht zu überhören. Im Nachbarort zeigte man jedoch wenig Verständnis für dieses Verhalten mit dem Satz: "Wenn man die nicht sieht, dann hört man sie, die Lissenicher Schreier!"

...Lützer?

Lützer Kuckuck

Die Lieger nennen die Lützer so, weil der Kuckuck bei seinem Erscheinen im Frühjahr aus Richtung Lütz ruft.

(Quelle: Heinz Kugel)

Den „Lützer Kuckuck“ finden wir wieder auf der Spitze der Standarte der Lützer Tanzgruppe. Das frühere Hotelier-Ehepaar Röhrig hatte hierzu ein Lied gedichtet mit dem Beginn „Ich bin ein Lützer Kuckuck…“. Wer kennt den Text ? Info an info@bestzeller.de

...Mastershausener?

Masdascha Feine

Die Nachbardörfer lästern: Masdascha Feine honn krumme Beine

Quelle: Willi Lehnert, Sosberg

...Mesenicher?

Mesenicher Steinreichskäpp

Seit Menschengedenken wird das Winzerdorf Mesenich von den Nachbargemeinden schelmenhaft als „steinreich“ bezeichnet. Damit wollen diese darauf hinweisen, dass in den Mesenicher Steillagen mehr Steine als guter Boden zu finden ist. Optisch ist dies daran zu sehen, da zwischen den Rebpflanzungen immer wieder Felsnasen, auch Köpfe (Käpp) genannt, herausragen. So hatten die Mesenicher schnell den Spottnamen „Steinreichskäpp“ weg.
Seit dem Jahr 2006 haben die Mesenicher den Spieß umgedreht. Sie ließen inmitten der Weinberge einen Kulturweg entstehen. Hier sind unter anderem in Stein gehauene Köpfe zu sehen. Hier haben Mesenicher Bürger die Möglichkeit, sich ein eigenes Denkmal zu setzen.

Quelle: Günther Bretz, Cochem

...Mörsdorfer?

Mörsdorf

Measchdorwa Kolwe (das „o“ wird gesprochen wie bei „Vogel)

Die Mörsdorfer Jugendlichen traten früher bei Festveranstaltungen wohl des Öfteren nicht gerade höflich, zuvorkommend oder zimperlich auf. Oft endete das dominante und selbstbewusste Auftreten in Streit und Schlägerei mit Jugendlichen aus den Nachbardörfern. Deshalb die Bezeichnung „Measchdorwa Kolwe“, wobei „Kolwe“ soviel bedeutet wie ungehobelter Kerl oder Rabauke.

Quelle: E. Schnorpfeil und P. Färber

Measchdorwa Gezzableach“
(das „e“ wird gesprochen wie bei „Erde“)

„Gezzableach“ war ein kegelförmiger Blechbehälter (Bleach = Blech) mit der Spitze nach unten. Die trichterähnliche Dose mit einem maximalen Durchmesser (oben) von ca. 10 cm hatte oben einen schlaufartigen Griff und war mit Löchern versehen – eine Art grober Perforation. Sie wurden früher benutzt, um den Steinboden im Haus mit Wasser zu benetzen. Damit sollte verhindert werden, dass beim Fegen Staub aufgewirbelt wird. Ob es in anderen Dörfern eine solche „Sprinkleranlage“ auch gab und vielleicht anders bezeichnet wurde, ist nicht bekannt.

Quelle: E. Schnorpfeil und P. Färber

Auch in Lieg gab es ein solches Gerät und nannte sich Gizzablech. Meine Großmutter hat immer davon erzählt, dass in dem Elternhaus ihrer Mutter ein solches Gizzablech vorhanden war.

(Ergänzung von Bernd Schneider, Lieg)


...Moselaner auf dem Hunsrück?

Misseler

Natürlich wussten oder wissen die Hunsrücker noch heute eine Steigerung in Bezug auf die Moselaner: mies, mieser, Misseler - und meinten es eigentlich gar nicht so!

...Müdener?

„Mira Sunnebaitel“ Wer hat für diesen Spottnamen und auch für „Mira Bunne“ eine Erklärung ?  Informationen bitte an j.wirtz@wirtz-online.de

...Müllenbacher?

Millebacher Soppedeppen

Fast drei Jahrhunderte ist der Schieferbergbau in und um Müllenbach nachzuweisen. Hier befanden sich einst die bekanntesten Schieferbrüche westlich des Rheins. Tagtäglich stiegen die „Kaulenmänner“ in die Tiefe der Erde um das schwarze Gold der Eifel zu fördern. Die Bezeichnung „Millebacher Soppedeppen“ entstand dadurch, dass die Frauen und/oder Kinder der Schieferbrecher am Mittag das Essen für die Bergmänner in so genannten Henkelmännern – in der Schieferregion als „Soppedeppen“ bezeichnet – zu den teilweise ortsfernen Gruben brachten. Nicht selten bedeutete das einen Fußmarsch von 30 – 45 Minuten für einen Weg. Viele Geschichten und Anekdoten berichten noch heute über die Erlebnisse der „Soppedeppenträger/innen“ auf ihrem alltäglichen Weg zu den Schiefergruben im Kaulenbachtal. Die Wanderführer des Vereins zur Erhaltung der Schieferbergbaugeschichte zeigen den Gästen bei ihren Führungen auf dem Schiefergrubenwanderweg die teilweise beschwerlichen Wegführungen welche die „Millebacher Soppedeppen“ in früherer Zeit bewältigen mussten.

Quelle: Dieter Laux, Müllenbach

...Neefer?

Ofen- und Puppenmuseum Neef

Furderetscher

Der Neefer Winzer Carl Kaufmann bewirtschaftete viele Jahre einen extrem steilen
Weinberg im Distrikt „Furt“. Den steilsten Hang in diesem Distrikt nannte man „Rutschopf“.
Es war für den Winzer und seine Mitarbeiter schwer, in diesem Steilhang auf den Füssen
zu bleiben. Immer wieder rutschte man ab. Die St. Aldegunder auf der anderen Moselseite
beobachteten das mit Vergnügen und gaben den Neefern den Spottnamen „Nääfer
Furderetscher“.

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Dä Nääwer Wend - Der Neefer Wind

Der Ort Neef hatte in früheren Zeiten die zweit meisten Weinberge an der Mosel – gemessen an der Einwohnerzahl. Den Neefer Bürgern ging es finanziell recht gut. Wenn nun die Neefer dem Nachbarort einen Kirmesbesuch abstatteten, putzten sie sich arg heraus. Die Frauen gingen vorher zum Friseur, trugen schöne, zumeist neue Kleider und schicke große Hüte – Männer erschienen mit eleganten Anzügen. Man hatte ja schließlich das Geld zu diesem Aufputz, was man auch so zeigen wollte. Die Bürger aus den Nachbarorten beobachteten diese Aufführung mit Neid und Häme. So meinten sie spöttisch zu dieser Aufführung, das sei der „Nääwer Wend“.

Quelle: Franz Josef Blümling

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Ofen- und Puppenmuseum Neef:
http://visitmosel.de/

...Nehrener?

Nehrener Hääre

Im kleinen Dorf Nehren gab es einige „Großwinzer“, die etwas Besseres, also bessere Herren, darstellen wollten. Sie wollten sprichwörtlich „Mit den Großen heulen“.
Sie wurden daher schnell als „die Hääre“ verspottet.

Quelle: Günther Bretz

...Poltersdorfer?

Poltersdorfer sind die Miggeser

En Migges es ane dä schwer eije es kuschtisch un stur und dobej trotzdem immer alles raffineert zo sejna Gunste dräht. Die Erklärung für Miggeser könnte man noch erweitern – aber der Kern liegt auf stur und geizig, wobei dies nur in Bezug zu Dritten gilt nicht innerhalb der eigenen Sippe.

Quelle: Ute Schneider, Ellenz

...Pommerner?

"Pumerna Stäiflädda“

Der ehemalige Dorflehrer Jung hat beim Sportunterricht die etwas lahme Pommerner Jugend häufig mit folgenden Satz tituliert: "Met äisch es kanne Sieg ze erreiche. Ihr säid jo su stäif bi Lädda“. Ein weiterer „Uuzname“ ist „Pumerna Knäileskopp“, was für „Sturkopf“ steht. Es wird aber betont, dass dies nur für ganz wenige gilt.

Quelle: Edgar Zenzen, aufgeschrieben von Günther Bretz.

...Reidenhausener?

Rehnsa Wissela
Reidenhausener Wiesel

Reidenhausen gehört zum Kirchspiel Blankenrath. Der Dialekt der einzelnen Kirchspielorte ist nicht einheitlich So gibt es etliche Worte, die in Reidenhausen anders lauten als in den übrigen Kirchspielorten. Dazu gehört z.B. das Wort "Wiesel".
Während es in Blankenrath, Haserich, Hesweiler, Panzweiler, Schauren und Walhausen dem Hochdeutschen ähnlich, aber noch gedehnter ausgesprochen wird (Wiiesel), heißt es in Reidenhausen „Wissel“. Es gibt noch zahlreiche andere Beispiele für die dialektische „Sonderstellung von Reidenhausen: schnell gesprochen werden dort z.B. auch die Begriffe „Fenster“ (Fista), „Ginster“ (Gista), „Krümmel“ (Kremmele), wogegen sie in den übrigen Kirchspielorten mit abgewandeltem Selbstlaut „e“ statt „i“ und mit besonderer Dehnung zu hören sind. Daraus entstand in Reidenhausen der hauptsächlich auf Blankenrath bezogene Spottsatz „Feesta, Geesta, Kriiemele, Krutsch“ („Krutsch“ für Frosch bzw. Kröte gibt es im Reidenhauser Dialekt nicht)

Quelle: Richard Theisen, Koblenz-Lay

Und dann erzählt man sich noch folgende Geschichte zu „Rehnse“.

Die Rehnser Kirmes findet immer am Sonntag „vor dem ersten Schnee“ statt. Weil die Renhser die Kirmes nicht so gerne feierten – wohl weil zu knauserich – ließen sie die Kirmes gerne ausfallen, wenn schon vorher Schnee gefallen war.

...Pündericher?

Gesetzkrämer

Die Gemeinde Pünderich hatte als eine der ersten Gemeinden der Region bereits 1648 ein eigenes Gemeinde-Artikelbuch, in dem das Zusammenleben der Bürger genau geregelt war. Dieses Buch mit allen Rechten und Pflichten der Bürger ist bis heute erhalten geblieben und ein Spiegelbild der damaligen Zeit. Diesen „Drang zur Regelung“ muss man wohl den Pünderichern als besondere
Mentalität angehängt und ihnen so den Spitznamen „Pündericher Gesetzkrämer“gegeben haben.

Quelle: Ortsbürgermeister Werner Lay, Pünderich

...Sankt-Aldegunder?

Relief von Christoph Anders

auf dem Bugramm-Platz St. Aldegund

Die Bugrammer

St. Aldegund war Jahrhunderte lang – von römischer Zeit bis um 1850 – Anlegeplatz für die Treidelschifffahrt. Erst seit etwa 1850 gibt es eine durchgehende Straße entlang der Mosel. Vorher wurden Personen und Waren auf dem Fluss transportiert. Mosel abwärts ging es mit der Strömung – aufwärts wurden die flachen Schiffe von Pferden gezogen, die von Knechten, den so genannten Halfen, geführt wurden.

Beim Anlegemanöver rief der Steuermann den Pferdeknechten zu: Bug ramm, was bedeutete, den Bug des Schiffes an die Ramm zu ziehen, einem Anlegesteg aus eingerammten dicken Holzpfählen.

Diese Anlegeszene zeigt ein Relief von Christoph Anders auf dem „Bugramm-Platz“
im alten Ortskern von St. Aldegund. Die Geschichte von den „Bugrammern“ spiegelt sich auch wider im Karnevalsruf der St.Aldegunder: „Bugramm ahoi“.

Quelle: Gerhard Schommers

...Senhalser?

Klein Korea

Zur Zeit des Korea-Krieges gab es einen Klein-Krieg zwischen zwei konkurrierenden Senhalser Unternehmern. Der Streit eskalierte derart, dass es zu einer Schießerei in einem Steinbruch kam. Gottlob kam niemand zu Schaden – was wohl auch beabsichtigt war. Seitdem nennen die Nachbarn Senhals spöttisch Klein-Korea.

Quelle: Dieter Schlagkamp

...Senheimer?

Kuckuck

Ursprung dieses Spitznamens ist die frühere und heute noch im Kataster eingetragene Weinbergslage „Senheimer Kuckuckskopf“, gleich an der Gemeindegrenze zu Mesenich. Von dort soll im Frühling der erste Kuckucksruf gekommen sein und wer das hörte und Geld in der Tasche hatte dem fehlte es im ganzen Jahr nicht an Geld.

Es gibt aber noch eine pikante Variante: Es soll früher eine Anzahl Männer in Senheim gegeben haben, die sich im heimischen Schlafgemach nicht ausgelastet fühlten und zusätzlich auswärts ihrem Vergnügen nachgingen. In Anlehnung an die Gewohnheiten des Kuckucks legten sie damit Ihre Eier in fremde Nester – wie der Kuckuck.
Der Spitzname dieser Fremdgänger war damit natürlich Die Senheimer Kuckucke.

Für die Mesenicher waren (und sind) die Senheimer aber auch die Senheimer Huuhsäijer (in Vulgär-Deutsch: Hochpinkler). Hintergrund für den Namen soll die manchmal arrogante und hochnäsige Art der Senheimer sein aber auch die Tatsache, dass die Mesenicher den Vorteil haben, gleich von den Wiesen vor den Häusern in die Mosel pinkeln zu können während die Senheimer genötigt sind, hoch über den dem Dorf vorgelagerten Damm pinkeln zu müssen.

Quelle: Dieter Schlagkamp
Weinmuseum Senheim

...Sosberger?

Die Sosberger Kaninchen (Sosbrija Kaneincha)

Kaninchen zu halten war sehr verbreitet auf dem Hunsrück – auch in Sosberg. Die geschlachteten Kaninchen wurden dann an Liebhaber von Kaninchenfleisch verkauft. Nun sollen in Sosberg verdächtig viele Katzen verschwunden sein – wie die abhanden gekommen sein mögen, darüber gibt es keine gesicherten Erkenntnisse, auch nicht bei der Quelle dieser Geschichte.

Gaby Bauer.

...Strimmiger?

Die Strimmiger - stellvertretend für die Altstrimmiger und die Mittelstrimmiger.

Strimmija Fowwela

Den Strimmiger Jungmännern wurde nachgesagt, dass sie beim weiblichen Geschlecht schnell zur Sache kamen. Aber wie übersetzt man „Fowwela“ Vielleicht eine Verballhornung von „fummeln?“

Quelle: Günther Bretz

...oder auch:

Strimmija Niwware
(Strimmiger Gegenüber)

Liesenich und Strimmig sind durch den tiefen Taleinschnitt des Fäbelbaches, der oberhalb der Weißmühle in den Flaumbach mündet, getrennt.
Die Liesenicher necken die Strimmiger (Mittelstrimmig und Altstrimmig) mit folgenden Spottversen:

Lissenich läit off da Hieh,
datt kreet dä Däiwel nie!
Niwwa läit im Loch,
datt kreet dä Däiwel doch !
(anonymer Verfasser)

Stiwwele, Stiwwele Stang,
fia dä Niwware homme käh Bang!
Da gieh ma en dat Gässje,
un hauen dä Niwware er Schässje.
Stiwwele, Stiwwele Stang,
fia dä Niwware homma käh Bang
(mitgeteilt von Wolfgang Gossler)

Quelle: Günther Bretz

...Treiser?

Die Heckedetzja

werden die Treiser Bürger in den Nachbarorten im Sprachgebrauch oft neckisch genannt. Wer brachte diesen Namen auf? Auf diese Frage wird man wohl keine Antwort finden. Aber wie der Name entstanden sein könnte, möchte ich einmal hier kurz darlegen.
Treis war schon im Mittelalter bekannt wegen seines großen Holzreichtums. Dies geht aus den immer wiederkehrenden Streitigkeiten wegen des Holzrechtes mit dem auf der anderen Seite der Mosel gelegenen mächtigen Stift Karden hervor. Bei der allgemeinen Landmaß vom Jahre 1718, wo erstmals alle Bürger mit Berufen angegeben wurden, lebten von 111 aufgeführten Familien immerhin 9 vom Holzhandel. Hieraus ersieht man, dass der Wald keine unbedeutende Rolle spielte. Es wurde Holz zum Verkauf oder Eigenverbrauch geschlagen, und oftmals wird man bei günstigem Wetter die Axtschläge bis zum Dunkelwerden im Ort und den Nachbarorten gehört haben.
Weil die Treiser so oft im Wald Holz schlugen, hat sich wohl der Name Heckedetzja gebildet.
Hecke = Hecken = Jungwald ------ Detzja = Dotz = Kerl/Mann/Leute (Verniedlichung)Klaus Layendecker

Aus dem Buch „Von Häckedetz unn Stiftshere“ noch folgende Ergänzung:

„Häckedetz“ im eigentlichen Sinne waren natürlich die Kinder dieser Heckenbauern, die ihren Vätern nach dem Schulunterricht das Esskesselchen brachten. In der „Heck“ angekommen halfen sie dem Vater, indem sie das Feuer zum Wärmen der Mahlzeit unterhielten oder aber auch in einer Schleuderbüchse Glut bereit hielten, damit der Vater sich hiermit die Pfeife anzünden konnte. Es soll allerdings auch schon vorgekommen sein, dass die Mutter dem Vater das Essen in die Hecke brachte und sich nach neun Monaten ein kleiner „Häckedotz“ einstellte.

Eingereicht von: Günther Bretz, Cochem
Quelle: Heimatbeilage der Rheinzeitung Nr. 12/1984
Verfasser: Klaus Layendecker

...Ulmener?

Ölmena Borschnoare
Ulmener Burgnarren


Die Ulmener Burganlage aus dem 11. Jahrhundert krönt nicht nur das Eifelstädtchen, sie ist neben dem gleichnamigen Maar auch deren Wahrzeichen.Natürlich sind die Ulmener vernarrt in ihre Burg, doch ihr Spitzname rührt noch aus der Zeit, als man annahm, dass jeder Burgherr einen Spaßmacher (Burgnarr) zur persönlichen Belustigung um sich gehabt hätte. Dass die Ulmener ein lustiges Völkchen sind und auch der Selbstironie dienen zeigt sich darin, dass sie „ihrem“ Burgnarren auf dem Marktplatz ein bronzenes Denkmal gesetzt haben und der örtliche Karnevalsverein sich „Ölmena Borschnoare“ nennt.

Quelle: Manfred Dietzen

...Ulmen-Meisericher?

"Meserea Koutzekäpp"

Kauziges

Ein klitzekleiner Kouzekopp,
man nennt ihn auch Kaulquappe,
erforscht die Welt im Schweinsgalopp
und zwar auf eigene Kappe.

So kommt er an den Weimelsbach,
dicht an dem Etzer Helt.
Hier in der Meisericher Lach
fand er dann seine Quappenwelt.

In diesen üppigen Bereichen
fühlt er sich wohl und heimisch.
Genau wie andere seinesgleichen
denkt er bei sich: Hier bleib ich.

Noch immer ist die Weimelswies
für ehrsame Geschöpfe
ein kleines Stück vom Paradies
und auch für Kauzenköpfe.

Quelle: Manfred Dietzen, Kaisersesch, früher Ulmen

...Urmersbacher?

Der Urmersbacher Besi

Die Urmersbacher Besenmacher - „Ormeschbacher Bäsemsmächer“

Wenn im Spätherbst und Winter die Männer arbeitslos waren und kein Geld hereinkam, weil die meiste Arbeit bei den Bauern ruhte, wurde das Überleben der Familie durch den Verkauf von Reiserbesen sichergestellt. Die Fähigkeit vieler Urmersbacher, aus Reisern Besen zu binden, bewahrte viele Kinder vor großer Hungersnot. Mit dem geringen Verkaufserlös für ihre Reiserbesen konnten sie ihre Familien zwar nicht satt machen, aber doch für das Überleben Sorge tragen.
Mit den Reiserbesen wurden die Kinder in die Nachbardörfer geschickt, wo sie sie von Haus zu Haus zum Verkauf anboten. Die Leute in den Nachbardörfern sahen es den Kindern wohl an, dass sie Hunger hatten und manche mitleidige Bauersfrau wird ihnen, auch wenn sie keinen Besen kaufte, wohl ein deftige "Schmer" gemacht haben. Dazu wurde es – sehr zum Leidwesen des Lehrpersonals – von den Eltern auch in Kauf genommen, dass die Schule geschwänzt wurde.Wie das in der Eifel üblich ist, hatte die gesamte Urmersbacher Bevölkerung schnell einen Namen, sie waren die "Ormeschbacher Bäsemsmächer".

Quelle: Hans Peter Berressem

...Urschmitter?

Urschmitter Russe
Urschmidda Russe

Die Urschmitter Jugend war der „kurze Hosen-Zeit“ entwachsen, aber für lange Hosen nicht alt genug. So trugen sie dreiviertel lange Beinkleider ähnlich wie die Kosaken.

Quelle: Günther Bretz, Cochem

...Valwiger?

Valwija Muhrestopp
Es wird behauptet, wenn die Valwiger etwas Unangenehmes nicht hören wollten, stellten sie sich auf stur – also die Ohren auf „Durchzug“. Das soll so weit gegangen sein, dass sie sich schließlich Möhren in die Ohren stopften.

Auch sagt man zu den Valwigern:

Volwa Neja
Die Valwiger werden von Ernst her über die Mosel hinweg als die „Volwa Neja“ tituliert. War es, weil sie im steilen „Valwiger Herrenberg“ der Sonne näher standen als die flachlagigen Ernster und daher von der Sonne gebräunt wie Neger aussahen? Oder kennt jemand eine andere Begründung? Nachricht an info@bestzeller.de
Quelle: Günther Bretz, Cochem

Quelle: Günther Bretz

Egon Feyen schreibt über die Valwiger:

Valwija Muhrestrebber
Ich wäs net bo dat her kimmt und ber datt wat schreift. Awer et häst zoescht mo Volwer un dä känne ich nur dä "Volwer Muhrestrebber", dä wenn eh vom Cunn noh Volw jannge es in de Cunner Järder die Muhre jestrebbt (geklaut) hott.

Quelle: E. Feyen

...Weilerer?

Weilerer Umbere

„Umbere“ ist das Dialektwort für Himbeeren. Wenn die Weilerer in Erregung gerieten, bekamen sie Köpfe so rot wie Himbeeren.

Quelle: Günther Bretz

...Zeller?

Häbestädter

Wer weiss, woher der Name kommt? Eine „Häb“ ist ja bekanntlich die „Machete“ beim Roden der Rotthecken gewesen. Liegt es vielleicht daran, dass in der großen Gemarkung Zell besonders viel Holz im Niederwald als Brennholz mit der „Häb“ geerntet wurde? Info bitte an: j.wirtz@wirtz-online.de...nach Zell

...Zell-Barler?

Die vom Hypothekenhügel

So hat man zumindest in der ersten Zeit der Ansiedlung auf dem Zeller Barl von den Neu-Barlern gesprochen. Die "H"-Hügel dürften bei denen wohl inzwischen etwas geschrumpft sein. ...nach Zell-Barl

...Zell-Kaimter?

Kreppescheißer

Heißen sie so, weil sie ihre Notdurft auf den Moselkrippen verrrichteten, wenn sie stundenlang (natürlich ohne Anglerschein) am Ufer auf Fischbeute warteten?

...Zell-Merler?

Merler Grittcher
In Merl gibt es die Merler Junggretel, eine Merler Weinlage. Man kennt den Grittchesball und somit auch die Merler Grittcher - womit dann auch die männlichen Merler gemeint sind!

Merler Hansthäisjer
Da gibt es dann noch die „Merler Hansthäisjer“. So werden in Dörfern des Umlandes immer noch die nach dort eingeheirateten Merler bezeichnet. Ob sie vor den heiratswilligen Frauen des eigenen Dorfes Angst hatten? „Hans“ bezieht sich sicher auf den Vornamen Johannes, „Thäisjer“ könnte eine Ableitung von Matthias sein?

Merla Schworzkloose
Im Zeller Stadtteil Merl befand sich von 1280 bis 1802 ein Minoritenkloster. Die imposante Klosteranlage inmitten des Dorfes war schon immer der ganze Stolz der Merler. Wegen der dunkel gekleideten Klosterbrüder entstand wohl auch der Spottname für die Merler, wobei „schworz“ für „schwarz“ steht und „Kloose“ wohl für „Nikolause“ (Kurzform „Kloos“), die ja auch „verkleidet“ durchs Dorf gehen) oder aber eine Ableitung von „Kloster“ oder „Klause“.

Quelle: GÜNTHER BRETZ

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Dä „Kappeler Förjer“ von Merl

Gaby Bauer, geboren in Merl, erzählt folgende Geschichte: Ihr Vater stammt aus Kappel im Hunsrück und heiratete ein Merler Mädchen. Der Vater hatte nun extrem große Füße und seine Schuhe hatten, übertrieben ausgedrückt, die Größe eines kleinen Bootes. Das trug ihm bei den Merlern den Spottnamen „Kappeler Förjer“, also „Kappeler Fährmann“ ein.

...Zilshausener?

Zelser Häddemer

Zelser Häddemer

Es ist immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich im Hunsrück der Dialekt einer Ortschaft von dem der kaum 2 km entfernten Nachbardörfer ist.
Ob einer „heim“, „haam“, „hemm“ oder „hoam“ geht, lässt erkennen, ob er „von häi“ („von hier“) oder aus einem anderem Dorf kommt - also ein „Fremder“ ist.
Zu einer Zeit, da „Mobilität“ und „Telekommunikation“ noch Fremdwörter waren, war die je eigene Sprache für die abgeschiedenen Dörfer fraglos die „richtige“. Die davon abweichende des Nachbarortes dagegen fand man „komisch“, und man lachte darüber. Kleine Abweichungen der Aussprache eines Nachbarortes von der eigenen genügten in vielen Fällen als Grund, diesen Nachbarn einen Spitznamen zu geben.
So wurden zum Beispiel die Zilshausener von den knapp 2 km entfernten und zur gleichen Pfarrei gehörenden Bewohnern von Lahr als die „Zelser Häddemer“ (= „hätten wir“) bezeichnet, weil man in Lahr, wie im Umkreis, eher „Härrema“ sagte.
In der in Zilshausen anscheinend auffällig oft verwendeten Redewendung: „häddemer ..., da wäre ma ...“ steckt aber wahrscheinlich noch eine andere die „Zelser“ charakterisierende Bedeutung. Es sieht so aus, als wäre in diesem Dorf der Wunsch, eine gegenwärtige und unbefriedigende Situation zu überschreiten, besonders ausgeprägt.
Dazu passt vielleicht, dass man im kleineren und wohl auch noch etwas urigeren Lahr die Zelser Häddemer früher ironisch auch als die Städter bezeichnet hat. Die etwas „feinere“ Form des „Häddema“ schien aus der Perspektive von Lahr wohl etwas Dünkelhaftes und „Eingebildetes“ auszudrücken.

Quelle: maplusma@freenet.de

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Wissen Sie noch mehr solcher Ausdrücke als hier bereits zusammengetragen? Manche Orte sind m. W. auch mit mehreren Scherzbezeichnungen belegt. Manche sollen auch nur in bestimmten Orten gegen die jeweiligen Nachbarn angewendet werden. Helfen Sie weiter? Ihre Meldung bitte an info@bestzeller.de (...in die Häbestadt Zell!)